Der letzte Kunde
Ein Ruhrpott-Krimi
von Franka Steinbach
Er kaufte ein Wasser, sah sich die Decke an und ging. Drei Tage später lag er auf Bärbels Kellertreppe.
Kuhlenbrock, irgendwo zwischen Herne und Gelsenkirchen: acht Häuser am Markt, ein Brunnen, der seit fünf Jahren trocken ist, und eine Trinkhalle, in der alles zusammenläuft. Bärbel Kaczmarek steht seit achtunddreißig Jahren hinter dem Tresen. Sie kennt jede Familie im Viertel drei Generationen tief und weiß, wer wem was schuldet.
Dann kauft ein Investor aus Essen still die halbe Ladenzeile auf — auch das Haus, in dem Bärbels Bude steht. Ihr Pachtvertrag stammt von 1972: drei Monate Frist, ohne Angabe von Gründen.
Am Freitagmorgen liegt der Mann tot im Hinterhof. Und die Polizei sieht sich den Falschen an: Atze Piontek, vierundsiebzig, Ex-Hauer, Taubenzüchter, der dem Investor zwei Tage vorher auf offenem Markt hinterhergebrüllt hat, was das halbe Viertel gehört hat.
Also fängt Bärbel an zu fragen. Nicht aus Neugier — sie steht selbst auf der Liste. Zur Seite steht ihr Dr. Bernhard Kessling, pensionierter Lateinlehrer, der sich für den geborenen Ermittler hält, jeden Morgen einen Cappuccino bestellt, den es hier nicht gibt, und ein Fotoarchiv besitzt, über das seit Jahren alle lachen.
Am Ende hat halb Kuhlenbrock in diesen zwei Wochen gelogen. Nur einer wegen des Toten.
„Der letzte Kunde“ ist der Auftakt der Büdchen-Krimis: ein humorvoller Regionalkrimi aus dem Ruhrgebiet. Der Fall ist ernst, die Leute drumherum sind es nicht immer. Abgeschlossener Fall, kein Cliffhanger — die Bände lassen sich unabhängig voneinander lesen.