Der letzte Hausbesuch
Ein Ruhrpott-Krimi
von Franka Steinbach
Vier Tage Kirmes über dem Markt. Und im ersten Stock der Kirchstraße vierzehn liegt seit Donnerstagabend die Hausärztin.
In der Nacht auf Mittwoch wird an der Ecke Am Schacht eine Siebzehnjährige vom Rad gefahren. Der Fahrer hält nicht an. Am nächsten Morgen hängen an jeder Laterne in Kuhlenbrock Zettel, und darunter steht ein Satz mit Filzstift, den keine Polizei geschrieben hätte.
Am selben Donnerstag holt Dr. Ute Sasse bei Bärbel Kaczmarek ihre Zeitung und eine Schachtel, wie seit vierundzwanzig Jahren, und sagt: ab morgen zwei Wochen zu. Am Freitag kommt sie nicht. Gefunden wird sie am Montag.
Der Verdacht fällt auf den Vertretungsarzt aus Wanne-Süd. Er hat kein Alibi, er gibt alles zu — und genau deshalb sieht ihn zwei Wochen lang die ganze Straße an.
Bärbel geht anderen Dingen nach: einem Terminbuch auf Papier, einer Kiste Karteikarten, die eine Zeile zu wenig hat, und einer Frau, die dreimal denselben Halbsatz sagt. Sie kennt in diesem Viertel jeden, und das ist diesmal kein Vorteil — denn Kuhlenbrock verurteilt in derselben Woche mit denselben Leuten den einen und deckt den anderen.
Band 3 der Büdchen-Krimis: ein Regionalkrimi aus dem Ruhrgebiet, mit dem trockenen Humor der Reihe und dem härtesten Fall der drei. Diesmal ist die Frage nicht, wer es war. Sondern, wen man deckt — und wer dafür bezahlt.
Abgeschlossener Fall, kein Cliffhanger — die Bände lassen sich unabhängig voneinander lesen.