Sohle Eins
von Jens Püttmann
Achthundert Meter unter dem Ruhrgebiet liegt eine Kammer, die in keinem Grubenriss verzeichnet ist.
Ein Elektriker, eine Archäologin und ein Prüfer vom Bauamt finden sie hinter einer zugemauerten Strecke. Und darin einen Ring aus Stein.
Frank Sattler hält die alte Zeche am Netz: Kabel ziehen, Pumpen laufen lassen, Ewigkeitsaufgabe. Als er die neue Verteilung zuschaltet, antwortet tief unten ein Summen, das in kein Stromnetz der Welt gehört. Was er, Ruth Kaminski und Torben Petzold dort unten finden, hat weder ein Formular noch eine Zuständigkeit — und es wacht auf, wenn man es richtig stimmt.
Dahinter liegt eine andere Welt. Elektronik stirbt beim Durchgang, hindurch passt nur, was ein Mensch tragen kann. Und an der Wand des Torraums steht ein Bergmannszeichen, sauber geschlagen von jemandem, der lange vor ihnen hier war. Mit einer Jahreszahl: 1958.
Auftakt von „Das Tor unter Tage“ — bodenständige Mystery-Science-Fiction aus dem Revier. Kein Raumschiff, keine Auserwählten, keine Rettung der Galaxis: drei Leute mit Handwerk, Klemmbrett und Wetterlampe, die ein stillgelegtes Netz zwischen Welten wieder anfahren.
Erstkontakt beginnt hier mit einem Abnahmetermin.