Sohle Zwei
von Jens Püttmann
Die Welt hinter dem Tor verehrt das alte Netz nicht. Sie schlachtet es aus und verkauft es.
Ein Elektriker, eine Archäologin und ein Prüfer vom Bauamt haben unter einer Ruhrgebiets-Zeche einen Übergang in fremde Welten wieder in Betrieb genommen. Er schaltet weiter.
Die nächste Sohle ist eine kalte Hochebene, und darauf steht eine halb ausgeweidete Stadt aus der Substanz der Erbauer. Die Veth, die hier leben, empfangen Frank, Ruth und Torben mit einem Essen, das ein Verhör ist. Handelsherrin Isvara ist nicht grausam, nur konsequent — und ihr Blick bleibt genau dort hängen, wo Frank das Werkzeug der Alten am Gürtel trägt.
Wer hier etwas bekommt, eröffnet ein Konto. Wer eines eröffnet, ist Schuldner.
Während zu Hause der Fahrplan des Tors aus dem Takt gerät und das Fenster zurück unbestimmt wird, führt eine versiegelte Halle die drei zu einem Fund, mit dem niemand gerechnet hat: eine Wand voller Kreide. Eine Messreihe. Auf Deutsch.
Folge 2 von „Das Tor unter Tage“: Erstkontakt als Verhandlung, Handwerk als Währung, eine Gastfreundschaft, die sich langsam schließt. Diesmal kommen die drei nicht vollzählig zurück — nicht an Menschen.